Mirador Santa Catalina in Kantabrien: Anfahrt, Tipps, Picknick
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Renedo de Cabuérniga ist mehr als nur unser Startpunkt für diesen Ausflug. Hier lebte meine Großmutter Agapita, hier steht bis heute unser Haus, und von hier aus kenne ich die Straßen ins Hinterland seit Jahrzehnten. Bis zum Mirador de Santa Catalina sind es keine zwei Bergstraßen, aber es fühlt sich an wie eine kleine Weltreise. Wir haben den Picknickkorb gepackt – Unsere rote Tischdecke, Tortilla de patatas, Jamón, Obst, Wasser und eine Flasche Wein – und sind früh am Nachmittag losgefahren. Was dich auf dieser Strecke erwartet, wie lange die Fahrt wirklich dauert und worauf du an diesem Aussichtspunkt über der Hermida-Schlucht achten solltest, erzähle ich dir hier.
Inhaltsverzeichnis
- Anfahrt von Renedo de Cabuérniga: Wie lange dauert die Fahrt?
- Die Route im Detail
- Was du unterwegs und vor Ort beachten solltest
- Unser Picknick am Mirador
- Was den Mirador Santa Catalina besonders macht
- Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Fototipp
- Häufige Fragen
Anfahrt von Renedo de Cabuérniga: Wie lange dauert die Fahrt?
Von Renedo de Cabuérniga aus rechnest du mit rund 38 bis 40 Kilometern und einer Fahrtzeit von etwa 50 bis 55 Minuten. Das klingt für die Distanz erst mal lang, aber die letzten Kilometer sind schmale, kurvenreiche Bergstraße – da kommt niemand zügig voran, egal wie oft man die Strecke schon gefahren ist. Nimm dir die Zeit, statt auf die Uhr zu schauen.
Die Route führt dich zunächst über Ruente und Puentenansa auf die CA-280, bevor du auf die CA-282 Richtung Carmona und La Hermida wechselst. Kurz vor La Hermida, in Piñeres, zweigt eine ausgeschilderte Straße zum Mirador ab.
Die Route im Detail
Zwei Varianten sind möglich, wir sind die erste gefahren:
- Über Cabuérniga und Puentenansa (unsere Route): Renedo → Ruente → Puentenansa → CA-282 über Carmona bis Piñeres. Landschaftlich die schönere Strecke, mit Blick ins Saja-Tal.
- Über Unquera und die Hermida-Schlucht: Wer von der Küste kommt, fährt auf der N-621 bis zum Ort La Hermida und biegt dort links auf die CA-282 Richtung Linares und Puentenansa ab.
Beide Varianten treffen sich auf der CA-282 und führen zur Abzweigung bei Piñeres. Von dort sind es noch wenige Kilometer bis zum kleinen Parkplatz an der Ermita, dem letzten Stück vor dem Mirador.
Was du unterwegs und vor Ort beachten solltest
- Enge letzte Kilometer: Auf dem Zufahrtsweg zum Mirador ist streckenweise kaum Platz für Gegenverkehr. Fahr langsam und halte an breiteren Stellen, wenn dir ein Auto entgegenkommt.
- Parkplatz begrenzt: An der Ermita bzw. am Parkplatz „La Picota" gibt es nur wenige Stellplätze. An sonnigen Wochenenden solltest du früh dran sein, besonders im Sommer.
- Letztes Stück zu Fuß: Vom Parkplatz sind es je nach gewähltem Zugang wenige Gehminuten bis gut einen Kilometer bis zur Aussichtsplattform – ein einfacher Weg, aber festes Schuhwerk lohnt sich.
- Kein durchgängiger Handyempfang: Auf der Bergstrecke und am Mirador selbst ist das Netz stellenweise schwach. Plane das ein, falls du navigierst.
- Kein Schatten am Aussichtspunkt: Der Mirador liegt offen über der Schlucht. Für ein längeres Picknick in der Mittagssonne solltest du Sonnenschutz und genug Wasser mitnehmen.
- Wetterabhängig: Bei Nebel oder starkem Regen verliert der Ausblick seinen Reiz vollständig, da die gesamte Anziehungskraft des Ortes vom freien Blick in die Schlucht lebt. Prüfe vorher das Wetter in Liébana.
- Rund um die Uhr geöffnet, kostenloser Eintritt: Es gibt keine Öffnungszeiten und keine Gebühr – dafür auch keine Infrastruktur wie Toiletten oder einen Kiosk direkt am Mirador.
Unser Picknick am Mirador
Wir haben den Korb bewusst einfach gehalten: Tortilla de patatas, in Scheiben geschnitten und noch handwarm, dazu Jamón, etwas Obst zum Nachtisch, reichlich Wasser gegen die Hitze und eine Flasche Wein für die Ruhe danach. Mehr braucht es an diesem Ort nicht. Ein flaches Plätzchen mit Blick in die Schlucht findet sich meist etwas abseits der Hauptplattform, wo weniger Betrieb herrscht.
Wichtig für die Planung: Es gibt vor Ort keine Möglichkeit, etwas nachzukaufen. Was du nicht mitbringst, hast du nicht. Nimm auch eine Decke oder ein paar Sitzkissen mit, der Boden ist felsig.
Was den Mirador Santa Catalina besonders macht
Der Mirador de Santa Catalina liegt auf dem Monte Hozarco in der Gemeinde Peñarrubia, oberhalb der Hermida-Schlucht, direkt am Eingang zu den Picos de Europa. Von hier blickst du auf einen der tiefsten Abschnitte dieser Schlucht in ganz Spanien – der Fluss Deva hat sich hier über Jahrtausende durch mehr als tausend Meter Kalkstein gegraben.
- 🌄 Panoramablick auf die Hermida-Schlucht, einen der tiefsten Taleinschnitte Spaniens.
- 🏔️ Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Gipfeln der Picos de Europa.
- 🦅 Guter Beobachtungspunkt für Greifvögel wie Gänsegeier, gelegentlich auch für den seltenen Bartgeier.
Der Aussichtspunkt liegt zudem auf den Resten der frühmittelalterlichen Befestigung Bolera de los Moros, die einst den Zugang zur Schlucht kontrollierte – ein Stück Geschichte, das man leicht übersieht, wenn man nur auf das Panorama schaut.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
- Bolera de los Moros: die Ruinen der mittelalterlichen Befestigung direkt neben dem Mirador.
- Cicera: kleines Dorf mit gut erhaltenem traditionellem Ortskern und Ausgangspunkt für mehrere Wanderwege, darunter die Senda Mitológica.
- Desfiladero de La Hermida: die Schlucht selbst, mit weiteren Aussichtspunkten entlang der N-621.
- Potes: rund 30 bis 38 Autominuten entfernt, eines der bekanntesten Dörfer Kantabriens mit historischem Zentrum.
Wer noch tiefer in die Region eintauchen will: Auch das Kloster Santo Toribio de Liébana und die vorromanische Kirche Santa María de Lebeña liegen auf dieser Strecke praktisch am Weg. Santo Toribio ist zudem einer der bedeutendsten Nebenwege des Jakobswegs in Nordspanien – ein Ort, der für mich persönlich mit dem Camino untrennbar verbunden ist.
Wer statt eines kurzen Spaziergangs lieber eine ganze Wanderung in der Region sucht, findet in unserem Bericht zur Ruta del Cares in den Picos de Europa eine deutlich anspruchsvollere Route, die wir mit unserem Nachbarn Luis erkundet haben.
Fototipp
Am besten fotografierst du früh am Morgen oder am späten Nachmittag. Dann fällt das Licht seitlich in die Schlucht und die hellen Kalksteinwände treten klar hervor. Zur Mittagszeit steht die Sonne zu hoch, der Kontrast wirkt flach.
Häufige Fragen zum Mirador Santa Catalina
Wie lange dauert die Fahrt von Renedo de Cabuérniga zum Mirador Santa Catalina?
Rechne mit rund 38 bis 40 Kilometern und etwa 50 bis 55 Minuten reiner Fahrzeit über Puentenansa und Carmona. Die letzten Kilometer sind schmale Bergstraße, auf der man langsam fahren sollte.
Ist der Eintritt zum Mirador kostenlos?
Ja, der Aussichtspunkt ist rund um die Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei.
Gibt es Verpflegung vor Ort?
Nein, am Mirador selbst gibt es weder Kiosk noch Restaurant. Ein eigenes Picknick wie unseres mit Tortilla de patatas, Jamón, Obst, Wasser und Wein ist die beste Option.
Ist die Straße zum Mirador für jedes Auto geeignet?
Die Straße ist asphaltiert, aber auf den letzten Kilometern eng. Größere Wohnmobile oder Camper sollten die Zufahrt vorher recherchieren, für normale Pkw ist sie problemlos befahrbar.
Weiterlesen
Wenn du von Renedo de Cabuérniga aus weiter Richtung Küste fährst, lohnen sich zwei weitere Ziele, die wir bereits ausführlich vorgestellt haben: die romanische Stiftskirche von Santillana del Mar und das moderne Centro Botín in Santander – zwei völlig unterschiedliche Seiten Kantabriens, beide keine Stunde von hier entfernt.
Warst du schon am Mirador Santa Catalina, oder planst du gerade deine erste Fahrt dorthin? Schreib es mir gerne in die Kommentare – und wenn dir der Ausblick gefällt: Merk dir das Titelbild auf Pinterest für deine nächste Kantabrien-Reise.
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